| 09.07.2010: Hockey: Damen schaffen Regionalligaufstieg! |
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Viele der anwesenden Zuschauer, und es waren wohl gut 200, dachten sicher an das Aufstiegsendspiel des letzten Jahres, als die Damen des TSV SCHOTT Mainz auf eigenem Platz im Siebenmeterschießen am HC Ludwigsburg gescheitert waren. Und wer weiß, vielleicht dachten auch einige der Spielerinnen an dieses fast schon traumatische Ende der letzten Saison.
Die Kapitänin Tina Gundlach, zum Beispiel, die unermüdlich rackerte, viele Bälle der Münchner abfing und zahlreiche Dribblings über das halbe Feld machte. Natürlich verlor sie einige Bälle und natürlich hätte sie einige Male früher abspielen müssen, aber sie brachte doch immer wieder ihr Team nach vorne und schien zu sagen: heute wird es nicht an mir liegen, wenn wir nicht als Sieger vom Platz gehen.
Oder Laura Appel, die nach mehrmonatiger Verletzungspause gerade rechtzeitig fit wurde und plötzlich am Mittwoch wieder im Training aufgetaucht war. Natürlich fehlten ihren Dribblings die Sicherheit und sie blieb einige Male am Gegner hängen, aber sie warf sich auch mutig in die Gegnerischen Abschläge und spielte einige Traumpässe, und fast schien es so, als habe sie etwas gut zu machen.
Alle wollten etwas korrigieren, was im letzten Jahr daneben gegangen war. Dies war von Beginn der Partie an deutlich zu spüren. Die Mannschaft hatte sich gut auf das Münchner Aufbauspiel eingestellt und störte die Bayern früh. Sina Doms machte ein grandioses Spiel im linken Mittelfeld und initiierte einige schöne Angriffe. Bald schon gab es die ersten Schusskreisszenen und einen Pfostentreffer durch Carolin Löhr, doch noch hielten die Rotweiß-Damen dem Mainzer Druck stand. Sie erspielten sich Mitte der ersten Halbzeit sogar leichte Feldvorteile und kamen zu einigen Chancen und zwei kurzen Ecken, doch mit Glück und Geschick überstanden die SCHOTTlerinnen diese Durststrecke und übernahmen bis zum Halbzeitpfiff der nicht immer sicher wirkenden Schiedsrichter aus Hessen wieder das Kommando.
Nach dem Wechsel hätten die Blauen eigentlich gleich in Führung gehen müssen. Laura Appel hatte im Mittelfeld einen Zweikampf gewonnen und einen überlegten Pass auf Sandra Stauth gespielt, doch deren überhasteter Ableger auf Jana Bayer konnte von den Gästen geklärt werden. Aber Mainz blieb nun am Drücker und schnürte die Münchner in der eigenen Hälfte ein. Die Bayern agierten nur noch mit langen Bällen, und wirkten in dieser Phase des Spiels hilflos. Doch dann der Schock. Einer der langen Bälle kam direkt aus dem Abwehrviertel in den Mainzer Schusskreis, wo Torfrau Anka Geiben de Ball nicht weg bekam, und plötzlich stand es 0:1.
Doch der Schock währte nicht lange, schließlich blieben den SCHOTT-Damen zwanzig Minuten, das Spiel noch zu drehen. Und in dieser Phase des Spiels waren es die Jungen, die die Wende herbei führten. Da war Sina Bohrer, die ein grandioses Spiel ablieferte und in der zentralen Verteidigerposition nahezu alle Zweikämpfe gewann. Oder Steffi Klatt, die endlich ihre Nervosität ablegte und einige starke Szenen in der rechten Spur hatte. Sie brachte die entscheidende Ecke hart und genau herein, stocherte den parierten Ball irgendwie zu Eva Ulbrich, die den umjubelten Ausgleich erzielte. Und es gab ja auch noch Helen Brunner. Für die in Argentinien weilende Judith Maurer auf den ungeliebten rechten Verteidigerposten gestellt, nutzte sie einen Ausflug nach vorne zur 2:1 Führung und setzte kurz darauf mit einem gekonnten Dribbling und überlegten Abschluss noch einen drauf – 3:1! Damit war die Partie gelaufen. München wehrte sich nicht mehr und die Mainzerinnen konnten es sich erlauben, in der Schlussphase noch einige Torchancen auszulassen.
Mit diesem Aufstieg erfüllen sich die SCHOTT-Damen den Traum, den sie im vergangenen Jahr so knapp verpasst hatten. Doch daran dachte nach Spielschluss wohl niemand mehr.
Anka Geiben (Tor), Sina Bohrer, Kristina Gundlach, Sina Doms, Susanne Sunkel, Eva Ulbrich, Sandra Stauth, Renate Mattmann, Helen Brunner, Anna-Lena Gustav, Mirjam Whitehead, Steffi Klatt, Kira Michels, Carolin Löhr, Jana Bayer, Laura Appel. Nicht eingesetzt: Britta Bezner (Tor), Judith Maurer, Sandra Trautwein, Lena Hofmann Coaches: Rolf Altherr, Michael Knierim Tore: Helen Brunner (2), Eva Ulbrich |